Andreas Kapeller - Impuls - Veränderung braucht keinen Jahreswechsel

VERÄNDERUNG BRAUCHT KEINEN JAHRESWECHSEL

Wenn ich uns Menschen in der Vorweihnachtszeit still beobachte, erinnere ich mich an so manche Ausdauerbelastung und Wettkampf, den ich zu früh und und zu stürmisch begonnen habe.

Möchte man es auf diese Art und Weise in das Ziel schaffen, braucht es vor allem Durchhaltevermögen und die Fähigkeit, sich bis zur totalen Erschöpfung zu verausgaben. In dieser Disziplin war ich in meinem Leben über viele Jahre so etwas wie ein „Experte“.

Der Balanceakt zwischen Belastung und Erholung bleibt im Leben eines Menschen ein immerwährender Prozess, den es auszuloten gilt. Wann immer diese Gratwanderung gelingt, bekommt eine Entwicklung und Veränderung eine realistische und faire Chance.

Für Sportler und ebenso uns Menschen gilt es mehr denn je: zum einen, weil die Unterscheidung zwischen Start- und Ziellinie häufig nicht mehr klar erkennbar ist und zum anderen, weil der Erholungsfaktor in der Phase der Regeneration sehr überschaubar geworden ist.

 

Wie wir im eigenen dynamischen System handlungsfähig bleiben

 

Wenn ich die Wünsche, Anliegen und Bedürfnisse aller Menschen, mit denen ich im gesamten Jahr zusammengearbeitet habe, auf eine gemeinsamen Nenner bringe, bleibt STILLE und VERÄNDERUNG die wichtigste Konstante.
Viele Menschen wissen, dass es so nicht weitergehen kann und soll. Die Rückmeldungen unserer beiden wichtigsten Feedback-Systeme (unser Körper und unsere Gefühle) erhöhen – sehr verlässlich und radikal ehrlich – so lange ihre Intensität bis wir zu reagieren beginnen.

Dabei geht es nicht darum, unsere Schmerzgrenze zu verschieben. Vielmehr ist das Erkennen dieser Vorgänge die Grundlage für den ersten Schritt. Nämlich zu agieren, in das Handeln zu kommen.
Meist geht dies mit der Idee einher, alles sofort verändern zu müssen. Doch genau das lässt unsere Handlungsfähigkeit erstarren.
Viel sinnvoller ist es, mit kleinen, einfachen Änderungen zu starten. So entdecken wir selbst bestimmt unseren Alltag als den eigenen Raum der Entfaltung. Die Wiederholungstaste mit dem Faktor 365 macht dabei den entscheidenden Unterschied.

Angenommen, es gäbe heuer unter dem Weihnachtsbaum für jeden von uns ein Geschenk, dessen Inhalt eine Alternative zu unserer gesellschaftlichen Maxime „schneller – höher – weiter“ ist:

  • Wie könnte dieses Geschenk aussehen?

Oder anders gefragt:

 

Was bleibt am Ende des Jahres – abseits von Zahlen, Daten und Fakten?

 

  • Sind es vielleicht jene Momente, die uns im Herzen berührt haben?
  • Sind es jene Begegnungen, in denen ein Moment des Füreinander-da-Seins klar spürbar war?
  • Sind es die Beiträge, die nur deshalb möglich wurden, weil wir sie bedingungslos und aus einem inneren Bedürfnis heraus unternommen haben?

Für Erfolge und Momente dieser Art gibt und braucht es keinen Applaus. Sie scheinen in keiner Bilanz auf und sind auch nicht messbar.

Aber: Diese Erfolge und Momente bleiben. Sie stärken uns. Sie inspirieren uns.

Diese Momente sind es, in denen wir erkennen dürfen, dass Stille und Veränderung zuallererst und ausschließlich bei uns selbst beginnt.

 

Ein Geschenk mit der Aufschrift „ECHTHEIT“

 

Wenn wir uns ein Umfeld des Zusammenhalts wünschen, sind wir gut beraten, im ersten Schritt in uns selbst wieder eine Kultur zu schaffen, in der wir mit uns selbst im besten Sinne kooperieren. Wenn wir in Sachen Wertschätzung und Ehrlichkeit noch Spielraum erkennen, bietet es sich an, auf das eigene Wertschätzungs- und Ehrlichkeitskonto einzuzahlen. Und das ganz ohne Währung.

Wann immer die Verlockung nahelag, über andere zu urteilen, gab es im besten Fall von einem Menschen eine typische Handbewegung, die symbolisierte, dass man lieber vor der eigenen Tür kehren sollte.

 

Eigenverantwortung statt Ausreden – der klare Auftrag an uns selbst

 

Ich bin heute, an diesem Tag, sehr dankbar für die kleinen und magischen Momente, für die Herausforderungen und für die vielen vertrauensvollen Aufgaben, denen ich mich widmen durfte.

Ich freue mich auf ruhige Tage in der stillen Zeit, ganz ohne Sprints und Hektik, und freue mich, wenn es dann im neuen Jahr weitergeht – ganz normal und völlig neu.

Ich wünsche uns allen ein Geschenk unter dem Weihnachtsbaum mit der Aufschrift „ECHTHEIT“. Möge daraus der Sinn, die Freude und die Wirksamkeit gedeihen, die uns im jeweils eigenen Tempo gut vorwärtskommen  lässt.

Veränderung bleibt auch zu Weihnachten und zum Neujahr ein menschliches Bedürfnis. Und Stillstand ist dabei schon wieder, keine Option.

Veränderung braucht Dich!

Nimm dir dafür am besten gleich HEUTE ZEIT.

Viel Freude auf deinem Weg.

Andreas Kapeller

IMPULSE - Entsprungen in der Stille