Stufe um Stufe von einer Gewohnheit in die Veränderung

Stufe um Stufe … von einer Gewohnheit in eine nachhaltige Veränderung

Manchen Menschen gelingt es auf beeindruckende Weise, sich und ihr Leben zu verändern, während es anderen Mensch sichtlich schwerfällt, auch nur einen kleinen Erfolg zu verbuchen. Was ist das Geheimnis dahinter?

In der Arbeit mit Hunderten von Menschen, hat Andreas Kapeller gelungene Veränderungsprozesse untersucht und kommt nun zum Kern des Ansatzes und der Erkenntnis, dass erfolgreiche Selbstveränderung ein langfristiger Weg ist, welcher in bestimmten Stadien verläuft. Erfolgreiche Veränderung des eigenen Ich und des Lifestyle erfolgt über sechs Stufen der Veränderung, wenn man etwas verändern möchte.

„Viel zu viele Menschen halten nach einfachen Lösungen Ausschau!“ Sie warten bis der Postbote läutet und ihnen ein Paket mit der einfachsten Lösung übergibt und dabei wollen sie nicht mal aus der Tür hinausgehen. Im Idealfall soll das Silbertablett noch an die Couch geliefert werden. Einfache Lösungen gibt es nicht, sonst würde es wirklich jeder „einfach“ schaffen. Veränderungen benötigen eine gute Portion harter Arbeit.Es gibt keine Wunderpillen oder Wunderpläne. Schon gar nicht für die letzten 3 Wochen vor dem Urlaub. Veränderungsbereite Menschen müssen durch alle Stadien des Veränderungsprozesses gehen, gleichgültig ob sie sich das Rauchen abgewöhnen, ihre Ängste überwinden oder an Gewicht verlieren wollen.

Schnelle Veränderungen in Bezug auf den Körper gibt es nicht. Entweder steht eine langfristige und nachhaltige Veränderung an oder man lässt es gleichbleiben.

Stufe 1: Abwehren

„Ich bin okay, so wie ich bin“ pflegen Mensch zu sagen, die sich in dieser Phase befinden. Sie verspüren absolut keine Notwendigkeit, sich und ihren Lifestyle zu verändern. Was nach einem gesunden Selbstbewusstsein aussieht, ist in Wirklichkeit meist eine Verleugnung. Familie, Freunde und das restliche soziale Umfeld haben längst keine Zweifel mehr, dass der Betroffene ein oder mehrere Probleme hat. Sie wissen, dass er heimlich zum Kühlschrank geht, wenn alle schlafen und ihn förmlich plündert. Die Menschen aus dem sozialen Umfeld kennen seine Schwierigkeiten mit der Gesundheit, dem Aussehen, am Arbeitsplatz und meist steht auch noch die Beziehung auf sehr dünnem Eis.

Dieser Mensch streitet alles beharrlich und hartnäckig ab. Er möchte darüber nichts hören, nichts lesen und auch nichts sehen, was ihn zum Denken bringen könnte. Einschlägige Bücher oder auch Zeitungsartikel, Tipps und Empfehlungen von Experten und Ärzten, die ihm Wohlwollendes geben, wandern ungelesen und ungehört in den Mistkübel.

Die Gründe für diese Abwehrhaltung sind vielfältig: Möglicherweise weiß der Betroffene oder Abwehrende einfach zu wenig über sein Problem und kennt die Folgen seines Verhaltens nicht. Sicher kennen sie folgendes Zitat aus Erzählungen: „Meine Großmutter hat auch immer zu viel an Gewicht gehabt und ist 100 geworden“.

Des Öfteren führt auch ein starker sozialer Druck von Familie und Freunden zu einer solchen Trotzreaktion. „Jetzt erst recht nicht!“ 
Auch fehlgeschlagene Veränderungsversuche aus der Vergangenheit können diese Abwehrhaltung noch verstärken.

Besonders der männliche Anteil verhält sich häufig abwehrend, wenn eine Selbstveränderung im Gespräch ist. Frauen hingegen sind offener für Informationen und auch besorgter, was sich durch den Mutterinstinkt oft noch verstärkt. Vor allem wenn es um ihre Gesundheit, ihr Körpergewicht, dem Aussehen und dem Ernährungsverhalten geht.

Stufe 2: Sich bewusst werden

Menschen in dieser Phase wissen, dass sie ein Problem haben und dass sie etwas in Bewegung bringen müssen. Vom aktiven Handeln sind sie dennoch weit entfernt. Viel zu sehr sind sie damit beschäftigt, die Vor- und Nachteile einer Veränderung abzuwiegen. In diesem Stadium des Bewusstwerdens, fallen ihnen mehr Nachteile als Vorteile ein. „Wenn ich Diät halte, kann ich nicht mehr mit meinen Freunden essen gehen“ oder „Ich muss dann extra für meine Familie kochen“. Oft kommt es auch vor, dass sich die Pro- und Kontra-Argumente die Waage halten. „Wenn ich auf reine Bio-Produkte umstelle, kann ich endlich mein Ziel erreichen. Aber finanziell wird es nicht reichen.“

Die Phase des Bewusstwerdens führt häufig zu einer Lähmung. Obwohl veränderungswillig, fühlen sich diese Menschen außerstande, aktiv zu werden. Sie lesen Bücher über Bücher, besuchen ein Seminar nach dem anderen und zusätzlich noch Vorträge und überfordern damit die Geduld der Familie und der Freunde, indem sie ihnen immer und immer wieder ihr Leid beklagen.

Der Wunsch nach Veränderung ist groß, doch die Zeit dafür erscheint ihnen noch nicht reif.

Stufe 3: Vorbereitung

Es kommt der Punkt, wo man schlussendlich bereit für die dritte Stufe ist. Diese Stufe drei unterscheidet sich in zwei wichtigen Merkmalen von Stufe zwei. Der Fokus verlagert sich jetzt mehr auf die Lösung als auf das Problem. Darüber hinaus konzentriert man sich eher auf die Zukunft als auf die Vergangenheit. Die Veränderungswillige weiß jetzt, welche konkreten Schritte sie unternehmen will. Der Bewegungsmuffel hat sich für ein Fitnesscenter in seiner Nähe entschieden und der Raucher hat sich aus den vielen Ratschlägen jenen ausgesucht, der ihm am meisten Erfolg verspricht.

In dieser Vorbereitungsphase ist es wichtig, dass sich die Veränderungswillige mit ihrem neuen Selbst vertraut macht. Eine positiv verstärkende Vision vom neuen Leben ohne Übergewicht, ohne Ängste, ohne Zigaretten hilft, einen endgültigen Entschluss zu treffen. Motivierende und dem Ziel verstärkende Fragen können sein: „Worin liegen die Vorteile, wenn ich mich verändere?“„In welcher Weise wird sich die Veränderung auf mein Leben auswirken?“ oder „Welche Wünsche werde ich mir erfüllen, wenn ich mein Ziel erreicht habe?“.

Wer die Vorbereitungsphase erfolgreich absolvieren will, muss dem angestrebten Ziel oberste Priorität einräumen.Veränderung erfordert Energie, Anstrengung und Aufmerksamkeit.

Sie sind so lange nicht für die nächste, aktive Phase bereit, solange nicht der Veränderungswunsch an oberster Stelle Ihrer Prioritätenliste steht!

Zur Vorbereitung gehört auch, andere Menschen, vor allem die Familie, in die Pläne einzuweihen. Sobald Familie, Freunde davon wissen, bekommt der Entschluss mehr Verbindlichkeit.

Ein Unsicherheitsfaktor in dieser Stufe ist, dass man von seiner eigenen Veränderungsbereitschaft zu begeistert ist und in dieser Hochstimmung das Handeln vergisst. Alleine die Entscheidung, eine Veränderung einzuleiten, verursacht schon positive Gefühle. Wer sich für eine Veränderung entscheidet, ist erleichtert und hat das tolle Gefühl, sein Leben wieder unter Kontrolle zu haben. Alleine der Entschluss, etwas verändern zu wollen, wird schon als Belohnung angesehen und empfunden, auch wenn man noch gar nichts unternommen hat. So ist es kein Wunder, dass sich Menschen in dieser Phase zwischen Entschluss und Tat am wohlsten fühlen.

Um JETZT herauszufinden, welche 10 Schritte für Ihren Erfolg in der Vorbereitung wichtig sind, empfiehlt Andreas Kapeller folgenden Artikel:  10 Schritt zum Erfolg – Veränderungsprozess in der Körperformung

Stufe 4: TUN und Handeln

Der Schritt raus aus der Komfortzone gelingt am besten, je konkreter die Zielsetzung und die Planung ausgearbeitet ist. Spielen sich die ersten Stufen des Veränderungsprozesses nur im Kopf ab, so können nun in dieser aktiven Phase auch Außenstehende erkennen, dass sich etwas tut. Die Ernährungsumstellerin erklärt ihre Wohnung zur süßigkeitenfreien Zone, die bewegungsbereite Frau hat sich bereits in einem Fitnesscenter angemeldet und die Raucherin verschenkt all ihre Zigaretten.

So entscheidend diese Phase ist, sie garantiert noch keinen Erfolg. „Menschen verwechseln häufig Handeln mit Verändern!“. Vor allem wenn die dritte Stufe, vernachlässigt oder gar übersprungen wurde, ist das Neue oft nicht von Dauer.

Ohne eine grundlegende und möglichst konkrete Vorbereitung bleibt ein verändertes Verhalten instabil und es ist auch der Hauptgrund, warum es in dieser vierten Stufe sehr häufig zu Rückfällen oder zur Beendigung des Zieles kommt.

Stufe 5: Dranbleiben und Durchhalten

Vor Rückfällen ist niemand gefeit. Der Wind der Veränderung ist ein launisches Lüftchen, das beim kleinsten Bäumchen oft die Richtung ändert oder sich völlig legt. Die größten Gefahren für den neuen Lifestyle und das neue Körpergefühl sind:

Sozialer Druck – Bei Freunden reicht der Satz „Danke, ich trinke keinen Alkohol mehr“ oft als Protest aus um folgende Antwort zu erhalten: „Sei kein Spielverderber, ein Glas in Ehren kann niemand verwehren“.

Stresssituationen – Monatelang hat man kein Fastfood mehr gegessen, dann ist dieses eine, stressige Projekt gekommen, man muss länger arbeiten und am Nachhauseweg kommt dieses große, gelbe M in die Quere. Auch Krankheit, Trennung, Arbeitsplatzverlust und ähnlich einschneidende Ereignisse lassen einen schnell in alte Verhaltensmuster zurückfallen.

Rückschläge gehören zu fast jedem Veränderungsprozess dazu. Viele Mensch kommen hier ins Stolpern. Und gerade in solchen Situationen sollte man vorbereitet sein und nicht als persönliche Niederlage interpretieren, wenn man in eine niedrigere Stufe zurückgeworfen wird. Meist auf die Stufe des Bewusstwerdens oder die Stufe der Vorbereitung.

Fast alle, die erfolgreich waren, durchliefen diesen Veränderungsprozess mehrere Male. Selbstvorwürfe sind also nicht angebracht, wenn die guten Neujahrsvorsätze mal wieder im Sande verlaufen sind.

Überschätzung der eigenen Willenskraft – Wer sich endlich aus einer selbstzerstörerischen Situation befreit hat, sollte sich nicht auf die Probe stellen, indem er Altes noch einmal ausprobieren möchte.

Stufe 6: Nachhaltig stabilisieren

Diese Stufe streben alle veränderungswilligen Menschen an. Die alten Gewohnheiten sind endgültig überwunden, der neue Lifestyle hat feste Konturen angenommen und ist auch in seinem Inneren gefestigt.

Nicht jeder Verhaltensänderungsprozess endet in dieser Stufe. Für die meisten Menschen, die es bisher geschafft haben, wird „DRANBLEIBEN“ zu einem Dauerzustand. Selbstveränderung ist des Öfteren ein nie ganz abgeschlossenes Abenteuer. Ob der Verhaltensänderungsprozess seinen sich krönenden Abschluss in dieser Stufe findet oder ob permanente Achtsamkeit vonnöten ist – eines ist allen Menschen, die dieses Stufenprogramm absolviert haben, gemeinsam: Man muss Altvertrautes loslassen – und das ist oft schmerzhaft.

Der französische Schriftsteller – Anatole France – wusste schon:

Allen Veränderungen, selbst jenen, die wir ersehnt haben, haftet etwas Melancholisches an. Denn wir lassen einen Teil von uns selbst zurück. Wir müssen ein Leben sterben, ehe wir ein anderes beginnen können.

Hinweis: Alle Empfehlungen von den genannten Autoren sind sorgfältig geprüfte Inhalte und für gesunde Erwachsene (Alter 18+) geschrieben. Keiner dieser Artikel kann einen Ersatz für medizinische Diagnosen bieten. Bitte konsultieren Sie ihren Arzt, bevor Sie mit einem Trainings-, Ernährungs- oder Nahrungsergänzungsprogramm beginnen. Besonders dann, wenn Sie in der Vergangenheit gesundheitliche Beschwerden oder körperliche Einschränkungen gehabt haben oder zurzeit in ärztlicher Behandlung sind.

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